Das ist der wohl abgefahrenste Umbau einer BMW R18

1 month ago - 14. July 2022, Krone Zeitung
Das ist der wohl abgefahrenste Umbau einer BMW R18
Ist das jetzt ein Auto? Oder noch immer ein Motorrad? Oder ein cooler Traktor? Alles eine Frage der Perspektive und des persönlichen Zugangs. Rein faktisch betrachtet handelt es sich um ein Trike - und um den wohl schrägsten Umbau der BMW R18, des Münchner Cruisers mit dem 1,8-Liter-Riesenboxer.

R18-Umbauten gibt es mittlerweile jede Menge, viele davon von den Münchnern selbst iniziiert. Logisch, denn sie haben das Bike ja genau mit dem Ziel auf den Markt gebracht, dass viele kreative Schrauber ihre eigene Version daraus formen. Dazu haben sie das edle Trumm so gebaut, dass viele Teile passen, die eigentlich für Harley-Davidsons vorgesehen sind.
In diesem Fall wurde der Umbau (den man eigentlich schon also Neukreation bezeichnen muss) in Belarus vollzogen, jenem Land, dessen Präsident man im Zuge des Putin-Angriffs auf die Ukraine vor allem als Unterstützer des Russendiktators kennt.

Doch in Weißrussland, in Minsk, sitzt auch Shif Custom, in der Person von Yuri Shif, der es in der Szene zu Berühmtheit gebracht hat. Er bekam den Auftrag von einem BMW-Fan - oder -Freak? Wahrscheinlich eher Letzteres.

Ein Trike also, mit zwei Rädern vorn. Aber eines, das Züge eines Autos trägt. Es soll des Sportwagens BMW 328 sein, der aus den 1930er-Jahren ins Jahr 2022 geholt und in der BMW R18 verewigt wurde. Er machte den BMW-Nierengrill populär, der nun auch an dem Trike prangt.

Wie beim Vorbild ist hier auch die Radaufhängung konstruiert: Es sind Doppelquerlenker, welche die 49-mm-Telegabel ersetzen. Sie tragen 165/65-15er-Räder eines Audi A3 tragen. Statt Blattfedern hat das Trike aber Federbeine (in viele erhalten gebliebene Exemplaren des 328 wurden Teleskopstoßdämpfer eingebaut). Gebremst wird mit zwei 300er-Scheiben von Nissin statt mit hydraulischen Trommelbremsen. Der Lenker wurde verbreitert, um die Lenkkräfte handlebar zu halten.

Autobereifung auch am Heck, ein 17-Zoll-Scheibenrad mit einem Reifen im Format 195/45.

Motorhaube ohne Motor

Der 1,8-Liter-Motor sitzt da, wo er hingehört, nämlich zwischen den Beinen des Fahrers. Der Vorbau mit den Belüftungsschlitzen und den Lederriemen ist also ein reines Designstück, dass den seligen 328 hochhält. Die Scheinwerfer stammen von einer Harley-Davidson V-Rod, die Gehäuse wurden aber modifiziert. Auf dem Tank liegt eine Lederhalterung fürs Handy, via Bluetooth werden die Stereolautsprecher unterhalb des Lenkers bespielt.

Ungewöhnlich für ein Custombike: Der Auspuff blieb original. Ebenso der 91 PS und 158 Nm starke 1802-ccm-Boxer. Statt 345 kg bringt das Trike 435 kg auf die Waage. Der Motor im Vorbild BMW 328 war übrigens mit zwei Liter Hubraum kaum größer, hatte aber dreimal so viele Zylinder.

Nach dem Krieg wird man die BMW-328-Hommage sogar bestellen können, zum Preis von 48.000 Euro plus Spenderbike.

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