Die Debatte um ein mögliches Tempolimit auf Österreichs Autobahnen ist angesichts der hohen Spritpreise allgegenwärtig. Während immer wieder Vorschläge für Tempo 100 zur Reduktion des Spritverbrauchs aufkommen, zeigt eine aktuelle Umfrage nun, wie die Bevölkerung tatsächlich dazu steht.
Abgesehen davon, dass ein „Tempo 100“-Limit laut ÖAMTC weniger Sprit spart als gedacht, kommt diese Maßnahme bei der Bevölkerung nicht besonders gut an: 68 Prozent der Österreicher halten das derzeitige Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen für angemessen. 19 Prozent würden sogar schneller fahren wollen, lediglich 11 Prozent sprechen sich für eine Reduktion aus.
Auch ein konkreter Vorstoß, das Tempolimit aus Gründen der Spritersparnis auf 100 km/h zu senken, findet wenig Unterstützung. 61 Prozent der Befragten lehnen diesen Vorschlag ab, nur rund ein Drittel hält ihn für eine gute Idee. „Die Menschen wollen selbst entscheiden, wie sie ihr Fahrverhalten anpassen“, sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der Interessenvertretung im ÖAMTC. Staatliche Vorgaben stoßen demnach mehrheitlich auf Ablehnung.
Ein bewusster Umgang mit dem Treibstoff ist auch ohne Zwangsmaßnahmen bereits Realität. So geben etwa 65 Prozent der Befragten an, immer oder zumindest teilweise spritsparend zu fahren. 41 Prozent tun das grundsätzlich, weitere 11 Prozent haben ihr Verhalten erst mit den steigenden Preisen für Benzin und Diesel angepasst. 13 Prozent entscheiden je nach Situation – etwa wenn kein Zeitdruck besteht – bewusst sparsamer zu fahren. Und sogar unter jenen, die selbst schon aktiv Sprit sparen, spricht sich eine knappe Mehrheit (53 Prozent) gegen verpflichtende Maßnahmen aus. „Wer seinen Verbrauch senken möchte, kann das schon heute tun - etwa durch vorausschauendes Fahren oder eine angepasste Fahrweise. Dafür braucht es keine verpflichtenden Tempolimits“, so Wiesinger.
Sollte ein solches Tempolimit dennoch eingeführt werden, knüpft die Bevölkerung daran klare Bedingungen: 78 Prozent sprechen sich dafür aus, dass eine Reduktion nur vorübergehend gilt – etwa bei akuter Treibstoffknappheit oder in Krisenzeiten. Eine dauerhafte Senkung des Tempolimits findet hingegen kaum Rückhalt. Für den ÖAMTC ist das Ergebnis wenig überraschend. Man erhebe diese Frage seit Jahren und komme immer wieder zu ähnlichen Resultaten, so Wiesinger. Die Mehrheit wolle keine Änderung der bestehenden Regelung – unabhängig davon, ob sie häufig oder selten mit dem Auto unterwegs sei.
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