13 Parksheriffs unter Korruptions-Verdacht

05. September 2018 - heute

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von Christine Ziechert - Die Beamten sollen Mitarbeiter veranlasst haben, Parkstrafen aus dem Computersystem zu löschen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Am 13. August wurde einer hochrangigen Personalvertreterin der Parkraumüberwachung (MA 67) fristlos gekündigt, weil sie angeblich eigene Parkstrafen und die von ihrer Tochter von Mitarbeitern stornieren ließ.

Bei diesem Fall dürfte es sich aber nur um die Spitze eines Eisberges gehandelt haben. Denn wie "Heute" von einer anonymen Quelle erfuhr, wird derzeit gegen etwa 13 weitere Parksheriffs ermittelt, die ebenfalls unter Verdacht stehen, dass sie ihre Parkstrafen aus dem Computersystem löschen ließen.

Dabei soll es sich um etwa zehn Beamte vom Stützpunkt in Mariahilf und mindestens drei vom Stützpunkt in Favoriten handeln. Gerüchten zufolge soll auch ein SP-Bezirksrat unter den Verdächtigen sein, der hauptberuflich als Parksheriff tätig ist. Auf "Heute"-Nachfrage hat dieser allerdings "keine Kenntnisnahme von einer Entlassung".

Verdächtige noch nicht vom Dienst freigestellt

Fix ist: Die Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs laufen. "Das Ganze liegt jetzt beim Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung. Die Verdächtigen wurden aber noch nicht vom Dienst freigestellt", erklärt Polizei-Pressechef Manfred Reinthaler.

Seit Bekanntwerden des ersten Falles geht die Stadt offenbar rigoros gegen mögliche Verstöße vor. Sollte sich der Verdacht erhärten, werde sofort die fristlose Entlassung ausgesprochen, heißt es aus dem Büro der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Zudem habe man die Polizei ersucht, als für die Dienstaufsicht zuständige Stelle, Ermittlungen im eigenen Bereich durchzuführen: "Mir ist hier hartes Durchgreifen wichtig, vor allem im Sinne der hunderten Kollegen, die korrekt und unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Das Ansehen der Truppe muss gewahrt bleiben", so Vassilakou.

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