Neuer Renault Clio: Bestseller deutlich geschärft

9 Monate, 1 Woche her - 13. Juli 2023, Krone Zeitung
Renault Clio
Renault Clio
Der Renault Clio war mal das meistverkaufte Auto Europas - und das soll wer wieder werden, findet Renault.

Zu dem Behufe haben sie ihn durch eine Frischzellenkur geschickt, die ihn vor allem optisch aber sowas von verschärft. Zusammengestrichen haben sie Ausstattungslinien, Motorisierungen - und den Preis.

n vor allem die nun in Klarglas gehaltenen LED-Leuchten auf, aber auch die nach außen gerückten Fake-Luftauslässe.
Die hier gezeigte neue Ausstattungsvariante Esprit Alpine glänzt mit besonderen sportlichen Akzenten, darunter ein graues statt wagenfarbiges Luftleitblech an der Front, elegante 17-Zoll-Alus und diverse Logos. Besonders edel: die gestickte Tricolore auf dem stoffbespannten Armaturenbrett. Daneben werden noch die Trims Evolution und Techno angeboten, die Zahl der Ausstattungsniveaus wurde also von sechs auf drei reduziert.

Diesel wird gestrichen
Auf drei reduziert wird auch die Zahl der in Österreich angebotenen Motorisierungen. Bei der Präsentation in Belgien gefahren haben wir den 143 PS starken Vollhybrid, der 1:1 aus dem Vorgänger übernommen wurde. Lediglich die Bezeichnung änderte sich von Full Hybrid 140 auf Full Hybrid 145. Da wird Mehrleistung vorgegaukelt, wo keine ist. Das macht aber den Antrieb nicht schlechter, dessen Multimode-Automatik zwar etwas träge die Gänge wechselt, aber insgesamt für geschmeidiges, entspanntes Vorwärtskommen sorgt. Der Antrieb besteht aus einem 94-PS-Vierzylinder-Benziner und einem 49-PS-Elektromotor. Ein zusätzlicher, kleinerer E-Motor startet, wenn nötig, den Motor und ersetzt beim Gangwechsel die Kupplung.

Dank einer tadellosen Hybridsteuerung und des 1,24 kWh großen Akkus liegt der Normverbrauch bei nur 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Dieser Wert ist bei entsprechender Fahrweise gar nicht mal so unrealistisch. Schnelle Autobahnfahrten verstärken den Durst jedoch deutlich. Interessant: Im EV-Modus lässt der Hybrid-Clio bei zurückhaltender Fahrweise etwa vier elektrisch gefahrene Kilometer zu, bevor bei 25% Ladestand der Verbrenner anspringt.

Sportliches Fahren ist nicht dezidiert das Metier des Hybrids. Je nach Fahrmodus verlangt er Geduld oder dreht den Motor überraschend hoch. Dennoch ist ein Standardsprint von 9,3 Sekunden möglich, das Höchsttempo liegt bei 174 km/h. Sonderlich schwer ist der Doppelherz-Clio nicht: gerade mal 1256 kg ohne Fahrer.

Alternativ werden zwei Ein-Liter-Dreizylinder angeboten, wobei der Saugmotor auf 67 PS, der Turbo auf 91 PS kommt. Beide sind an die 200 kg leichter als der Hybrid.

Eine Elektrovariante ist nicht geplant - E-Antrieb bleibt R4 und R5 vorbehalten.

Tadelloses Fahrwerk
Was das Fahrwerk betrifft, ist Sport dann doch drin. Der Clio liegt satt auf der Straße, eilt flott - wenn auch nicht ohne Seitenneigung - durch schnelle Kurven. Die Lenkung weist ein recht starkes Rückstellmoment auf und bietet ausreichend Rückmeldung.

Digitaler Innenraum
Im Interieur blickt der Fahrer auf zwei Displays: Das hinterm Lenkrad misst je nach Ausstattung 7 oder 10 Zoll, der Touchscreen 7 oder 9,3 Zoll. Im letztgenannten Fall ist ein Navi dabei, dessen Karte man entweder klein oder im Hochformat groß anzeigen lassen kann. Ins Navi integriert ist ein Tempolimitassistent, der aber völlig unzuverlässig ist.
Die Materialien wirken hochwertig, es ist - zumindest in der Topausstattung - weitaus weniger hartes Plastik verbaut als bei der Konkurrenz. Je nach Trimlevel werden Recycling-Materialien verwendet. Leder wird gar nicht mehr angeboten, aber so etwas Ähnliches, das sich gut anfühlt.

Bis zu 20 Assistenten
Teilweise gegen Aufpreis bietet Renault insgesamt bis zu 20 Assistenzsysteme an, darunter einen Adaptivtempomaten mit Spurführung.

Die Preisliste wird vorerst noch unter Verschluss gehalten, bis auf den Preis für den Esprit-Alpine-Hybrid: Mit 27.590 Euro ist er 1250 Euro billiger als das bisherige Topmodell. Hinter vorgehaltener Hand ließ man durchblicken, dass die Preise generell unter dem Niveau des Vorgängers liegen sollen.
Die Markteinführung ist für Oktober geplant. Dann beginnt die Jagd auf den Europa-Thron und damit auf den Peugeot 208.

Warum?
Weil er optisch extrem gewonnen hat
Weil er sich sehr geschmeidig fährt

Warum nicht?
Hybrid ist nicht jedermanns Sache und die Verbrenner sind nicht gerade die Stärksten. Ibiza

Oder vielleicht ...
... Peugeot 208, VW Polo, Skoda Fabia, Seat Ibiza, Hyundai i20, Opel Corsa - und Mitsubishi Colt, der Clio mit anderem Logo

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