
Ferrari baut sein erstes reines Elektroauto und hat sich dafür prominente Design-Hilfe geholt: Das Interieur des Ferrari Luce wurde gemeinsam mit LoveFrom entwickelt, dem Studio von Ex-Apple-Chefdesigner Jony Ive! Der Mann, der einst das iPhone nahezu von allen Tasten befreite, setzt im Ferrari jetzt ausgerechnet auf das Gegenteil.
Ferrari Luce: viele Knöpfe statt Wisch-Gesten
Der neue Elektro-Ferrari trägt nun offiziell den Namen Luce. Italienisch steht das für "Licht". Die technischen Daten sind noch nicht vollständig veröffentlicht, doch klar ist: Der Viersitzer soll in rund 2,5 Sekunden auf 100 km/h sprinten und eine Reichweite von 513 Kilometern schaffen.
Aber auch das Interieur hat es in sich. Statt eines minimalistischen Touch-Cockpits wie bei vielen E-Autos setzt Ferrari auf echte Taster, Schalter und gefräste Metallknöpfe in hoher Qualität. Laut Hersteller soll die "Taktilität" an die Rennsport-Tradition erinnern.
Das extrem aufgeräumt und schlicht wirkende Lenkrad ist mit nur wenigen Bedienelementen versehen: Fahrmodi, Tempomat, Leistungsabstimmung; alles ist per Daumen erreichbar. Selbst eine Art digitale Getriebe-Schaltlogik wurde integriert, um das klassische Gangwechsel-Gefühl zu simulieren.
Apple-Look trifft Rennsport
Ganz ohne Apple-Look geht es aber nicht. Gebürstetes Aluminium, reduziertes Layout, edles Leder: Der Einfluss von Ive ist klar erkennbar. Der zentrale Bildschirm sitzt wie ein Tablet auf einem Kugelgelenk und lässt sich zum Fahrer oder Beifahrer drehen. Darunter: eine silberne Leiste als Handauflage, damit man die Elemente selbst in schnellen Kurven noch präzise bedienen kann.
Ferrari setzt zudem stark auf Glas, teilweise kommt Corning Gorilla Glass zum Einsatz. Sogar der Schlüssel ist besonders: Das quadratische Ferrari-Emblem dient als Key, verschwindet beim Einstecken in der Mittelkonsole und leuchtet beim Entfernen im typischen Rennsport-Gelb.
Hybrid-Tacho mit echter Nadel
Ein Highlight ist das Kombiinstrument. Ferrari kombiniert digitale Anzeigen mit einer echten, schwebenden Zeigernadel – eine Reminiszenz an analoge Zeiten. Das Display ist direkt an der Lenksäule befestigt, damit wichtige Informationen auch bei hohem Tempo im Blick bleiben.
Ferrari hatte das Elektro-Projekt ursprünglich unter dem Arbeitstitel "Elettrica" vorgestellt. Mit dem Namen Luce beginnt nun offiziell das E-Zeitalter der Marke. Externe Designer holt Ferrari nur selten ins Boot, umso bemerkenswerter ist die fünfjährige Zusammenarbeit mit LoveFrom.
Im Mai 2026 soll das komplette Fahrzeug vorgestellt werden. Preis und Marktstart sind noch offen. Klar ist aber: Ferrari will auch elektrisch emotional bleiben – nur eben mit mehr Knöpfen als beim iPhone.
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