Millionen-Ferrari wieder da - und ER wird gesucht!

16. Mai 2019 - Krone Zeitung

Millionen-Ferrari wieder da - und ER wird gesucht!

Man möchte es sich nicht für möglich halten: Diesem mehr als zwei Millionen teuren Ferrari 288 GTO konnte ein Oldtimer-Verkäufer nur mehr hilflos hinterherschauen, als er an einer deutschen Bundesstraße ausgestiegen war - er hatte sich von einem vermeintlichen Kaufinteressenten übertölpeln lassen.

Mittlerweile wurde der Wagen jedoch gefunden - und nach dem mutmaßlichen Täter wird gefahndet.

Nur anderthalb Tage nach dem dreisten Diebstahl ist der seltene Ferrari 288 GTO wieder aufgetaucht. Die Polizei fand ihn in der Garage eines Abschleppunternehmens - und fahndet jetzt nach dem mutmaßlichen Täter, der so ungeschickt war, sich fotografieren zu lassen, bevor er auf und davon fuhr. Er soll angeblich französischsprachig sein und trug bei dem Coup ein weißes Polo-Shirt, ein dunkles Sakko und eine beige Hose.

Das war passiert:

Ein Mitarbeiter des Händlers ging Montagmittag mit einem vermeintlichen Kaufinteressenten auf Probefahrt, übernahm zunächst selbst das Steuer, bevor er es nach einem Tankstopp dem Interessenten überließ. Als der „Kunde" nach einiger Zeit wieder auf dem Beifahrersitz Platz nehmen wollte (bzw. vorgab, das zu wollen), hielt er an. Der Verkäufer stieg aus, der Fahrer nicht - im Gegenteil: Er gab Gas und verschwand über die Bundesstraße B9.

Was den Ferrari so besonders macht

Der verschwundene und wieder aufgetauchte Ferrari ist 2,35 Millionen Euro wert, hatte gerade einmal 42.532 Kilometer auf dem Tacho und war nie in einen Unfall verwickelt. Und er gehörte einst Ex-Formel-1-Pilot Eddie Irvine. Mittlerweile ist er angeblich im Eigentum eines deutschen Millionärs, der ihn nun über einen Düsseldorfer Oldtimerhändler veräußern wollte. Die Optik des gestohlenen Wagen erinnert stark an den „Magnum-Ferrari" 308, allerdings gehen die Unterschiede weit über den elf Zentimeter längeren Radstand hinaus - es handelt sich unter der Karosserie um ein fast vollständig neu entwickeltes Auto. Hinter den Sitzen, längs vor der Hinterachse (im Unterschied zum 308), arbeitet ein 2855 cm³ großer V8-BiTurbo-Motor, der 400 PS leistet und den 1170 kg schweren Sportwagen in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h befördert, in 15,s Sekunden auf 200 km/h. Als Höchsttempo werden 305 km/h angegeben. Als das Modell 1984 auf dem Genfer Autosalon Premiere feierte, galt es als der stärkste und schnellste Straßenwagen, den Ferrari bis dato gebaut hatte.

Das Dach und die Heckpartie sind aus einem Kevlar/Nomexwerkstoff und die Fronthaube aus einem Fiberglas-Nomex-Werkstoff. Die restliche Karosserie wurde aus GFK gefertigt und bedeckt einen Stahlrohrrahmen. Diese Werkstoffe wurden in der Formel 1 verwendet, Ferrari benutzte sie erstmals für einen Straßensportwagen. Das Getriebe wurde hinter dem Motor angeordnet, sodass sich im Vergleich zum 308 mit seinem unter dem Motor gelegenen Getriebe eine deutlich günstigere Schwerpunktlage ergab. Ab Werk wurde der Wagen nur in der Farbe Rosso Corsa ausgeliefert. Der Ferrari GTO war der erste Straßensportwagen von Ferrari, der das Cavallino Rampante auf den Kotflügeln trug.

Bis Ende 1985 wurden 272 Straßen-GTOs (und außerdem 5 GTO Evoluzione für den reinen Renneinsatz) gefertigt, wovon wegen Problemen mit den Benzinleitungen insgesamt ca. 70 ausgebrannt sind, aber wieder aufgebaut wurden.

 

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