Daimler ramponiert Tesla bei heimlichen Tests

12. December 2017 - spiegel

Daimler ramponiert Tesla bei heimlichen Tests

Dass sich Autofirmen Fahrzeuge anderer Hersteller zu Testzwecken besorgen, ist verbreitet. Daimler allerdings hat ein Tesla-Exemplar nach SPIEGEL-Informationen in desolatem Zustand zurückgegeben.

Der Daimler-Konzern hat sich mit dubiosen Methoden Einblick in die Technologie des US-Konkurrenten Tesla verschafft. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, mietete Daimler im Sommer über den Autovermieter Sixt einen Tesla Model X bei einem kleinen Unternehmen in Bayern für sieben Wochen. 

Während der Mietzeit wurde das Auto offenbar auseinandergebaut und wieder zusammengeschraubt. Zudem wurde es unter Extrembedingungen getestet - unter anderem bei Hitze, auf einer Rüttelstrecke und einer Traktionsstrecke. Im ursprünglichen Mietvertrag mit Sixt waren allerdings sowohl das Auseinanderbauen als auch die Nutzung auf Teststrecken ausgeschlossen. Am Ende der Mietzeit wurde das Fahrzeug mit Schäden in fünfstelliger Höhe zurückgegeben.

Auf die Spur gekommen war der Kleinstunternehmer den Testfahrten nur über die Ortungsfunktion des Fahrzeugs. Diese zeigte es auf Teststrecken nahe Barcelona und in Sindelfingen. Zuvor hatte Daimler bereits den "Streetscooter" der Post über eine Briefkastenfirma geliehen und heimlich getestet. Die Anmietung von Fahrzeugen zu "Vergleichsfahrten" sei ein "in der Automobilbranche üblicher Vorgang", teilte Daimler mit.

Sixt teilte mit, es habe gutachterlich festgestellte Schäden, die Wertminderung und die Gutachterkosten beglichen. Von Sixt vermietete Fahrzeuge dürften nicht auf Test- und Rennstrecken genutzt werden. Sixt nannte Daimler nicht als Kunden.

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