Auf leisen Sohlen: Testlauf für 12 Meter langen E-Bus

20. January 2019 - heute

Auf leisen Sohlen: Testlauf für 12 Meter langen E-Bus

Noch bis 24. Jänner testen die Wiener Linien auf der Strecke der Linie 57A den neuen eCitaro von Mercedes-Benz im Fahrgastbetrieb.

Von innen und außen wirkt er edel, während der Fahrt kommt er auf leisen Sohlen daher: Ab sofort bis 24. Jänner ist der neue eCitaro-Bus auf der Strecke des 57A zwischen Anschützgasse (Rudolfsheim) und Burgring (City) im Einsatz – allerdings nur zu Testzwecken. Insgesamt zehn Bus-Fahrer wurden dafür extra eingeschult.

Der zu 100 % elektrisch betriebene Bus (auch Klimaanlage und Heizung) mit Automatik-Getriebe ist zwölf Meter lang, 3,40 Meter hoch und bietet Platz für 87 Fahrgäste. Die Batterien befinden sich am Dach und im Heck: "Das Gewicht oben am Dach spürt man. Aber insgesamt ist das Fahrgefühl schöner als bei den Diesel-Bussen. Die Fahrt ist leiser und gleichmäßiger", erklärt Bus-Lenker Peter Tesar (56), Mitglied der Fahrzeug-Versuchsgruppe der Wiener Linien.

E-Bus kann mit Voll-Ladung 250 Kilometer schaffen

Der Bus-Hersteller Mercedes-Benz  verspricht eine Reichweite von zumindest 150 Kilometern (ohne Zwischenladung) bei hochsommerlichen Temperaturen. Unter Idealbedingungen soll der eCitaro sogar rund 250 Kilometer schaffen. Wie es in der Realität aussieht, wird derzeit auf Herz und Nieren geprüft. Aufgeladen wird das Fahrzeug – vorerst – über Nacht in der Garage. Mit einem Schnell-Ladegerät wäre laut Tesar eine Voll-Ladung sogar in 1,5 Stunden möglich.

Zusätzlich wird die Dach-Klimaanlage in der kalten Jahreszeit als Wärmepumpe genutzt. Sämtliche Wärme abgebenden Komponenten sind miteinander vernetzt, um den Energieaufwand für deren Kühlung auf ein Minimum zu reduzieren. Beim Bremsen werden die Elektromotoren zu Generatoren und wandeln die kinetische Energie des Fahrzeugs in Strom um. Dieser wird wiederum in die Batterien zurück gespeist.

E-Busse gehen heuer noch nicht in Regulär-Betrieb

"Die Technik hinter E-Antrieben bei Bussen entwickelt sich rasant. Für die Wiener Linien ist es wichtig, in einem so zukunftsträchtigen Bereich ganz vorne mit dabei zu sein. Im Fokus der jetzigen Testfahrten stehen deshalb Ladezeit, Reichweite und natürlich die Fahrgastrückmeldungen", so Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien.

Sieben neue E-Busse hätten eigentlich heuer regulär zum Einsatz kommen sollen. Doch daraus wird nichts: Denn die Firma Rampini, die den Zuschlag für die Ausschreibung erhielt, hat Lieferprobleme. Ende März entscheiden die Wiener Linien, wie es weitergehen soll. Auch eine neue Ausschreibung wäre möglich.

 

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