VW & Co. bei uns oft billiger als in Deutschland

vor 3 Stunden - 02. März 2026, Krone Zeitung
VW & Co. bei uns oft billiger als in Deutschland
Neuwagen sind in Österreich grundsätzlich deutlich teurer als in Deutschland? Jein, meistens ja, aber im speziellen Fall nicht: So ist z.B. ein Seat Leon Style Edition für unsere Nachbarn bei uns gut 8000 Euro billiger!

Kommt nach dem Tanktourismus jetzt auch der Autokauftourismus? Wohl kaum im großen Stil, aber im Einzelfall kann es sich für Deutsche durchaus lohnen, sich auf den Hersteller-Websites eingehend zu informieren.
Die Kollegen des Fachmagazins Auto Motor und Sport haben uns darauf gebracht. Sie haben festgestellt, dass das österreichische Sondermodell „Style Edition“ des genannten Seat-Modells fast genauso ausgestattet ist wie das wesentlich teurere deutsche Serienmodell 1.5 TSI Style mit 115 PS.
In Österreich erfolge die Preisgestaltung „unabhängig von anderen Märkten“, zitiert die ams einen Sprecher des Importeurs Porsche Holding. Dabei würden „die Marktgröße, die lokale Wettbewerbssituation sowie weitere marktspezifische Rahmenbedingungen wie die NoVA berücksichtigt, die sich teilweise deutlich von jenen in Deutschland unterscheiden“. Eine Kaufbeschränkung gibt es nicht, die Fahrzeuge stünden „auch Kunden aus Deutschland zur Verfügung“.
Das Sondermodell Leon 1.5 TSI Style Edition (115 PS) ist in Österreich aktuell ab 22.490 Euro zu haben. In Deutschland beginnen die Preise für das baugleiche Serienmodell Leon 1.5 TSI Style bei 28.940 Euro – plus Überführungskosten. Weil die österreichische Normverbrauchsabgabe NoVA bei der Ausfuhr erstattet wird, können deutsche Käufer beim Eigenimport sogar auf 20.700 Euro kommen. Ersparnis: rund 8200 Euro.

Zehn statt zwei Jahren Garantie
Auch andere Seat-Modelle werden in Österreich günstiger angeboten als in Deutschland. So startet das Basismodell Ibiza 1.0 TSI Reference (80 PS) in Österreich laut Liste bei 16.990 Euro, während der ähnlich ausgestattete Basis-Ibiza 1.0 TSI in Deutschland erst ab 19.650 Euro angeboten wird – rund 2700 Euro teurer. Anders als in Deutschland sind Überführungskosten (oft um die 1000 Euro) im österreichischen Listenpreis enthalten. Zudem gibt es hierzulande bei Seat zehn Jahre Herstellergarantie (oder 200.000 Kilometer), in Deutschland dagegen nur zwei Jahre.
Sogar der VW Golf ist hier billiger – und besser ausgestattet
Wir haben uns exemplarisch den VW Golf angesehen und das österreichische Sondermodell 4Me mit 115-PS-TSI-Motor angesehen – im Vergleich zum deutschen Basismodell, das schlicht VW Golf heißt. Preis bei uns: ab 26.590 Euro mit fünf Jahren Garantie, inkl. Überführungskosten; in Deutschland 29.395 Euro mit zwei Jahren Garantie, zuzüglich Überführungskosten. Macht einen Unterschied von von rund 3500 Euro (je nach Preis für die Überführung) und drei Jahre Werksgarantie.

Doch bei diesen Vorteilen bleibt es nicht, denn der 4Me ist auch noch besser ausgestattet als der Deutsche. Zwar fehlt ihm der Zusatz „Pro“ im Digital Cockpit, das heißt es ist nicht mehrfarbig und muss ohne Info-Profile auskommen, dafür sind folgende Features zusätzlich serienmäßig:

  • Es sind beide Vordersitze höhenverstellbar, nicht nur der Fahrersitz.
  • Es gibt eine höhen- und längsverstellbare Mittelarmlehne.
  • Der Schaltknauf ist lederbezogen.
  • Das Multifunktionslenkrad auch.

So ein Vergleich ist gar nicht mal so einfach anzustellen, weil die beiden Websites unterschiedlich organisiert sind – und nicht auf einen länderübergreifenden Vergleich ausgelegt. Aus gutem Grund.
Trotz dieser Beispiele ist jedoch klar: In den meisten Fällen sind Autos (vor allem Verbrenner) in Österreich teurer als in Deutschland. Gerade bei leistungsstarken Verbrennern ist die NoVA ein immenser Faktor.

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