Strafzölle? Pierer will lieber mit China reden

4 weeks ago - 20. June 2024, Krone Zeitung
Stefan Pierer
Stefan Pierer
Europa fällt gegenüber seinen globalen Wettbewerbern deutlich zurück – zu diesem Urteil kamen am Dienstag in Linz die Spitzenmanager der oberösterreichischen Industrie.

Auch Stefan Pierer äußerte seine Bedenken. Der KTM-Eigentümer und Präsident der Industriellenvereinigung OÖ sprach über Kostennachteile und seine Bedenken zu Zöllen auf E-Autos aus China.

Bei seiner Firmengruppe rund um Motorradhersteller KTM musste er zuletzt den Sparstift ansetzen; mit der Investorensuche bei Rosenbauer wird sein Name lautstark in Verbindung gebracht: Stefan Pierer.

Am Dienstag lud der Unternehmer heimische Top-Manager als Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich in die Kepler-Hall an der JKU in Linz zu einem Empfang ein, bei dem viel diskutiert wurde.

Der Europäische Rat hat unlängst die dringende Notwendigkeit eines Europäischen Competitiveness Deal, der auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Europas abzielt, klar betont. Das ist ein erster Schritt, aber Worte allein werden den Wirtschaftsstandort Europas nicht wieder auf Schiene bringen. -Markus Beyrer, Generaldirektor BusinessEurope

Europa ist noch eine Macht, aber wenn wir uns noch lange spielen, ist es das bald nicht mehr“, meinte Markus Beyrer, der Generaldirektor von BusinessEurope. „Die Rahmenbedingungen für Europa haben sich dramatisch verschärft“, bestätigte Pierer, der vom enormen Kostendruck sprach: beim Personal – und bei Energie.

„Energiekosten haben sich gewaschen“
Die Energiekosten haben sich im Vergleich zu anderen Erdteilen gewaschen“, sagte Pierer, der Richtung Asien blickt. „Gerade in der Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie kommt aus China enorme Konkurrenz auf uns zu, die bei Qualität und Produktivität aufgeschlossen hat – bei deutlich niedrigeren Kosten und wesentlich höheren Jahresarbeitszeiten. Wir sind nicht mehr um das besser, was wir teurer sind. China ist mindestens technologisch gleichauf und überflutet uns mit Exporten.

„Man braucht sich nicht wundern …“
Wie er zu den geplanten Zöllen der EU auf E-Autos aus China steht? „Zölle sind nie gut. Produkte werden teurer für den Endkonsumenten. Wenn es Zölle gibt, braucht man sich nicht wundern, wenn große deutsche Autokonzerne vielleicht dann unter die Räder kommen.“ Sein Rat: „In China wird massiv gefördert, das wird sich nicht ändern, aber durch’s reden kommen die Leut’ z’samm.

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