Hardcore-Kombi krönt die RS6 Baureihe

2 weeks, 5 days ago - 06. February 2024, auto motor und sport
AUDI RS6 Avant GT
AUDI RS6 Avant GT
Audi präsentiert mit dem Avant GT die neue Speerspitze der RS6-Baureihe. Mehr Leistung gibt es nicht für den Power-Kombi, dafür jede Menge Carbon.

Bis 2026 will Audi Sport zehn neue RS-Modelle an den Start bringen, darunter auch einen nochmals stärkeren Audi RS3 mit seinem 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylinder. Doch das Kernprodukt der RS-Reihe ist nach Ansicht von Sebastian Grams, Chef der Audi Sport GmbH, der Audi RS6. Deshalb kommt mit dem RS6 Avant GT nun ein exklusives Sondermodell, dass der Baureihe die Krone aufsetzt. Streng limitiert und handgefertigt in Neckarsulm – zumindest teilweise.

Audi RS6 Avant GT: Extrovertierter denn je
Optisch orientiert sich Audis neuestes Topmodell am RS6 GTO Concept, einem Azubi-Projekt aus Neckarsulm. Wir erinnern uns: Bereits 2020 war der heftig modifizierten RS6 Avant in Anlehnung an den Audi 90 Quattro IMSA-GTO auf Begeisterung gestoßen. Das Modell entstand anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums des Quattro-Allradantriebs. Mit dem RS6 Avant GT schiebt Audi jetzt die Serienversion nach – direkt an die Spitze der RS6 Baureihe.

Im Gegensatz zum Konzeptfahrtzeug legt der GT zwar nicht an Breite zu, die Front lässt ihn dennoch breiter und tiefer wirken. Singleframe und Lufteinlässe sind vollständig in Hochglanz schwarz lackiert. Neu sind außerdem das Lufteinlassgitter, die vertikalen Blades in der Frontschürze und der mächtige, im Stoßfänger integrierte Frontsplitter. Die Motorhaube lässt die Lufteinlässe des GTO vermissen – an ihre Stelle tritt am Serienfahrzeug Sichtcarbon. Der RS6 Avant GT ist das erste Fahrzeug der Audi Sport GmbH mit einer vollständig aus Carbon gefertigten Motorhaube. Gleiches gilt für die Kotflügel, die ihr Geheimnis bei einem Blick in die integrierten Luftauslässe preisgeben. Noch mehr Carbon findet sich an den Spiegelkappen und den Einlegern in den Seitenschwellern.

Ein weiteres Novum: Erstmals in der Geschichte des RS6 Avant entfällt die Dachreling. Das verschafft dem Komi eine flachere, sportlichere Silhouette. Am Heck dominiert der durchströmte Dachkantenspoiler. Mit einem Aufsatz auf der Heckklappe senkt Audi die Ladekante optisch ab. Der vertikal mittig platzierte Reflektor im Diffusor macht den GT auch im Dunkeln unverwechselbar.

Als Außenfarben stehen Arkonaweiß, Nardograu, Chronosgrau Metallic, Madeirabraun Metallic und Mythosschwarz Metallic zur Auswahl. Auf Wunsch können GT-Kunden auch eine auffällige Folierung wählen. Arkonaweiß kombinieren die Ingolstädter mit den Traditionsfarben von Audi Sport: Schwarz, Grau und Rot. In dieser Ausführung sind die 22-Zoll-Räder im Sechs-Arm-Design grundsätzlich in hochglänzendem Weiß ausgeführt. Alternativ ist die Folierung auch auf einer Lackierung in Nardograu oder Mythosschwarz erhältlich. Die vollgefrästen Räder sind dann jedoch in schwarz Hochglanz glanzgedreht oder schwarz matt gehalten. Die vier Ringe im Singleframe und der Heckklappe sowie die Typzeichen sind serienmäßig in schwarz lackiert.

Erstmals Schalensitze im RS6
Im Innenraum setzt Audi auf Mikrofaser Dinamica und Farbakzente in Rot und Kupfer. Der Lenkradkranz, die Mittelkonsole, die Mittelarmlehne und die Türarmauflagen sind mit einer entsprechenden Doppelnaht verziert. Auch die Sitzgurte sind in Karmesinrot ausgeführt. Der Schriftzug "RS6 GT" prangt auf den Fußmatten, den neuen RS-Schalensitzen und der Rückbank. Für besten Sitzkomfort entscheidet sich Audi für eine Kombination aus Leder und Dinamica, die Passagiere im Fond blicken auf Rückenlehnen aus Carbon. Auf Wunsch können auch die Dekoreinlagen in einer offenporigen Carbon-Köper-Struktur gestaltet werden.

Fahrwerk mit Tieferlegung ab Werk
Ein besonderes Augenmerk legt Audi beim Avant GT auf das Fahrwerk. Es ist der erste und einzige RS6 in dem serienmäßig ein Gewindefahrwerk zum Einsatz kommt. Die Trimmlage liegt zehn Millimeter tiefer als beim Basis-RS6. Die Stabilisatoren sind vorne 30 und hinten 80 Prozent steifer als bisher. Hinzu kommen ein höhere Federrate sowie dreifach verstellbare Dämpfer. Das dazugehörige Werkzeug zur individuellen Verstellung liefert Audi gleich mit.

Um die Fahrdynamik optimal auf die Straße zu bringen, setzt Audi beim Avant GT auf Sport Contact 7 Reifen von Continental in den Dimensionen 285/30 R22. Die neuen Reifen sollen den Bremsweg aus 100 km/h um bis zu zwei Meter verkürzen und Untersteuern reduzieren, wenn es mal etwas schneller um die Kurve geht.

Motor und Antrieb
Unter der Haube arbeitet der 4,0-Liter-V8-Biturbo, der bereits aus dem RS6 Perfomance bekannt ist. Wer auf eine Leistungssteigerung hofft wird leider enttäuscht. Wie schon beim bisherigen Topmodell stehen unverändert 630 PS und 850 Newtonmeter bereit. Damit ist auch das Sondermodell nur 30 PS und 50 Newtonmeter stärker, als der reguläre RS6 Avant.

Die Kräfte des 4.0 TFSI dirigiert die serienmäßige Achtstufen-Tiptronic an den permanenten Allradantrieb. Das selbstsperrende Mittendifferenzial wurde ebenfalls vom RS6 Performance übernommen. Es verteilt die Antriebskräfte im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse. Tritt Schlupf auf, gelangt automatisch mehr Antriebsmoment an die Achse mit der besseren Traktion – bis zu 85 Prozent fließen nach hinten und bis zu 70 Prozent an die Vorderachse. Um das Sondermodell von anderen RS-Modellen hervorzuheben, erhält das Quattro-Sportdifferenzial an der Hinterachse eine speziell auf den RS6 Avant GT ausgelegte Abstimmung.

Dadurch soll der GT trotz gleicher Leistung um 0,1 Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h beschleunigen als der RS6 Performance. Den Standardsprint absolviert er in 3,7 Sekunden und die 200 km/h-Marke knackt er nach 10,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt serienmäßig bei 305 km/h und muss nicht über ein optionales Paket freigeschaltet werden.

Handgefertigt in Neckarsulm
Nicht nur für die Kunden bietet der Avant GT einige Besonderheiten, sondern auch für die Produktion. Denn das Sondermodell wird nicht, wir der reguläre RS6 Avant, komplett auf der Produktionslinie in Neckarsulm montiert. Stattdessen geht es nach dem Karosseriebau und der Lackierung für den Wagen in die Böllinger Höfe. Dort erfolgt die Endmontage von Gewindefahrwerk, Motorhaube, Kotflügel, Schweller, Doppelflügel, Front- und Heckschürze in Handarbeit.

Preise und Marktstart
Ein großer Haken am Audi RS6 Avant GT ist die strenge Limitierung. 660 Exemplare wird es geben, nur 200 Fahrzeuge sind für Deutschland vorgesehen. Dazu kommt ein heftiges Preisschild. Handarbeit und Exklusivität lässt sich Audi mit über 200.000 Euro bezahlen. Der nicht weniger potente Audi RS6 Avant Performance startet bei einem Basispreis von 135.000 Euro. Allerdings ist dieser derzeit eben so wenig konfigurierbar, wie der Basis RS6. Die Auslieferung des GT hingegen soll im zweiten Quartal 2024 beginnen.

Fazit
Der Audi RS6 Avant GT soll die Speerspitze der RS6-Baureihe bilden. Er ist zwar um einiges teurer als das bisherige Topmodell RS6 Performance, mehr Leistung gibt es aber nicht. Trotzdem soll sich der GT deutlich sportlicher positionieren. Optisch gelingt ihm das gut, insbesondere der Wegfall der Dachreling steht dem exklusiven Kombi. Ob er auch Fahrdynamisch hält, was Audi verspricht, wird das Sondermodell bei auto motor und sport im Test beweisen müssen. Das Gewindefahrwerk und die neue Abstimmung des Sportdifferenzials lassen hoffen. Am Ende bleibt das Fahrerlebnis jedoch nur wenigen erlesenen Kunden vorbehalten.

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