Behörden legen weitere Diesel still

10. June 2018 - autobild

Behörden legen weitere Diesel still

In Hamburg und München haben die Behörden weitere manipulierte Diesel stillgelegt. Und das dürfte nicht das Ende sein. Alle Infos für betroffene Besitzer!

(dpa/mas/brü/lhp/cj) In München und Hamburg haben die Behörden weitere Diesel mit manipulierter Abgassoftware zwangsweise stillgelegt. Die Besitzer hatten auf die mehrfache Aufforderung zum Update der Motorsteuerung nicht reagiert. In Hamburg wurden nach Behördenangaben zwei Wagen aus dem Verkehr gezogen, in München einer. In der bayerischen Landeshauptstadt läuft bei 41 weiteren Fahrzeugen eine Gnadenfrist des Kreisverwaltungsreferats. Betroffen sind VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit EA-189-Dieselmotor und illegaler Abschaltvorrichtung – also mit dem Antrieb, der beim Abgasskandal im Mittelpunkt steht. In Nürnberg kommen etwa 30 weitere Autos hinzu. Die Zwangsmaßnahmen treffen Autobesitzer, die 18 Monate nach Freigabe der Nachrüstung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) trotz mehrfacher Erinnerung vom Hersteller nicht an der Rückrufaktion teilgenommen haben.

Erster Amarok in Bochum stillgelegt

Bereits am 13. November 2017 hatte die Zulassungsstelle Bochum einen VW Amarok stillgelegt. Dessen Besitzer hatte nach eigenen Angaben eine Umrüstung wegen eines befürchteten Mehr­verbrauchs oder eines Leistungsver­lustes abgelehnt, wie AUTO BILD in Ausgabe 47/2017 berichtete. Zudem hätten Bekann­te über trägeres Ansprechverhalten des Motors und Schäden an der Abgasrückführung nach dem Update geklagt, argumentierte er. VW gibt keine Garantie, dass sich das Update nicht negativ auf Haltbarkeit oder etwa Verbrauch auswirkt. Weil sich im Fall eines Streits vor Gericht die Fahrzeugeigenschaften vor dem Update nicht mehr belegen ließen, empfehlen auch Rechtsanwälte in aller Regel, das Update nicht aufspielen zu lassen. Aus diesem Grund – und wegen "verwaltungsrechtlicher Bedenken" hatte die Zulassungsstelle Euskirchen in einem anderen Fall eine zunächst angeordnete Stilllegung nach Widerspruch durch den Halter wieder zurückgenommen.

KBA greift bei 60.000 Audi durch

Auch das KBA ist in der Abgasaffäre erneut eingeschritten: Nach von Audi gemeldeten "Auffälligkeiten" der Abgassoftware von 60.000 A6 und A7 hat die Flensburger Behörde jetzt verpflichtende Rückrufe angeordnet – in Deutschland sind 33.000 der betroffenen Autos zugelassen. Laut Bundesverkehrsministerium handelt es sich um verbotene Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung.

Wichtige Fragen und Antworten

Was bedeutet der größte Skandal in der deutschen Automobilgeschichte für die Fahrer manipulierter Autos? Wie wird umgerüstet, und was für Auswirkungen hat das für Verbrauch oder Leistung? Werden Autobesitzer entschädigt? AUTO BILD beantwortet die wichtigsten Fragen. Dazu: Pro und Kontra für den Diesel-Kauf!

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