Bisher war von einer Million Skodas die Rede, wenn auch nicht offiziell. Nun tauchen die Tschechen mit der höheren Zahl in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrtbundesamtes auf. 1,7 Millionen weltweit, 370.000 in Deutschland. Für Österreich gibt es noch keine Angaben, wir gehen von rund 35.000 Fahrzeugen aus.
Bei Skoda ist unter anderem praktisch das Herzstück der Marke betroffen: Der Octavia ist seit Jahren eines der meistverkauften Modelle des Herstellers, Karoq und Kodiaq gehören zu den volumenstarken SUV, dazu kommt der Superb. Die betroffenen Fahrzeuge stammen aus dem Produktionszeitraum November 2015 bis August 2026.
Allein bei der Kernmarke Volkswagen betrifft der Rückruf weltweit 2.159.054 Fahrzeuge. Genannt werden Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy aus dem Produktionszeitraum vom 24. September 2013 bis 1. Juli 2024. In Deutschland sind davon knapp 900.000 Fahrzeuge betroffen.
Bei Audi kommen 696.547 Q3 hinzu, die zwischen dem 31. Oktober 2017 und dem 23. Mai 2024 gebaut wurden, davon entfallen knapp 60.000 in Deutschland und wohl rund 6000 in Österreich.
Bei Seat betrifft der Rückruf die Modelle Ateca und Tarraco. Hier geht es um 66.224 Fahrzeuge weltweit, produziert zwischen April 2016 und September 2024.
Auch bei Skoda geht es um denselben technischen Fehler wie bei den übrigen Konzernmarken. Eine Befestigungsschraube am Lenkgetriebe kann durch Korrosion geschwächt werden und im Extremfall brechen. Das Kraftfahrt-Bundesamt nennt als mögliche Folge einen Ausfall der Lenkung.
Als Gegenmaßnahme wird die betreffende Verschraubung durch eine korrosionsbeständigere Schraube ersetzt. Betroffen bedeutet dabei weiterhin nicht, dass bei Millionen Fahrzeugen bereits ein Schaden vorhanden wäre. Die hohe Zahl beschreibt vielmehr den Bestand, bei dem aufgrund Bauzeitraum und verbauter Teile ein Problem nicht ausgeschlossen werden kann.
Nach Informationen von „kfz-betrieb“, die sich auf Unterlagen zum parallelen US-Rückruf stützen, schätzt Volkswagen den tatsächlichen Anteil der Fahrzeuge mit dem Problem auf höchstens rund ein Prozent. Bislang sind laut ADAC keine Unfälle oder Verletzungen bekannt. Weil die Konsequenz eines Schraubenbruchs im ungünstigsten Fall aber ein Verlust der Lenkfähigkeit sein kann, muss der Hersteller auch bei geringer Eintrittswahrscheinlichkeit alle möglicherweise betroffenen Fahrzeuge zurückrufen.
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