Sichere Anfängerautos bis 4000 Euro

04. Mai 2020 - autobild

Sichere Anfängerautos bis 4000 Euro

Die Auswahl an günstigen Gebrauchtwagen ist riesig. Doch worauf sollten Fahranfänger bei der Suche nach ihrem ersten eigenen Auto achten? Tipps zum Sparen!

Ob Opel Corsa, VW Polo oder Ford Fiesta: Das ideale Anfängerauto ist meist klein, zuverlässig und sicher. Weil das Budget jedoch oftmals nicht allzu groß ist, fällt die Wahl häufig auf einen Gebrauchtwagen. Hier sind kleine Kratzer oder Beulen auch nicht so tragisch wie bei einem Neuwagen. Bei der Suche nach dem ersten Auto sollten Fahranfänger jedoch nicht nur auf den Anschaffungspreis achten. Denn neben den Steuern kommt noch die Versicherung hinzu.

Und die Kosten für die Versicherung sind hoch, denn Fahranfänger zahlen für ihren ersten Pkw die höchsten Beiträge. AUTO BILD gibt Tipps, mit denen man ohne großen Aufwand viel Geld sparen kann. Die Versicherungsbeiträge sind für Fahranfänger besonders hoch – ganz unabhängig vom gewählten Auto. Warum ist das so? Weil Führerscheinneulinge noch wenig Fahrerfahrung im Straßenverkehr haben und laut Statistischem Bundesamt die meisten Verkehrsunfälle von Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren verursacht werden, stufen Versicherungen diese mit einem höheren Unfallrisiko ein.

Unfallfrei wird's immer günstiger

Bei Kfz-Versicherungen starten Fahranfänger in den meisten Fällen in der Schadenfreiheitsklasse O (SF0). Damit zahlen sie den vollen Beitrag. Mit jedem unfallfreien Jahr steigt man eine Stufe auf, und der Beitragssatz sinkt. Nach einem Unfall wird man zurückgestuft, und der Beitrag steigt. Um wie viel genau dieser sinkt oder steigt, hängt vom Versicherer ab. Die höchste und günstigste Klasse ist die SF-Klasse 35.

Typklassen: Klassiker, die jedoch teurer im Unterhalt sind

Doch die Kosten der Kfz-Versicherung können auch durch die Autowahl deutlich teurer werden. Denn die Preise der Versicherung werden von vielen Faktoren bestimmt, und dazu zählen auch die Typklassen. Die Typklasse erfasst, welches statistische Risikoprofil ein bestimmtes Pkw-Modell hat. Ist die Zahl der gemeldeten Schäden für ein Modell gering, fällt auch die Typklasse niedriger aus. Je höher die Typklasse, desto teurer die Versicherung. Viele beliebte Anfängerautos, etwa der VW Polo, fallen in Typklassen, für die höhere Versicherungseinstufungen gelten. Selbst Motorvarianten machen hier einen Unterschied. Ein Blick auf die Typklassen (besonders auf eher weniger beliebte Modelle) sowie der Vergleich von Versicherungen lohnen sich.

Keine typischen Anfängerautos kaufen

Beliebte Anfängerautos sind VW Polo, Opel Corsa, Skoda Fabia sowie auch der Renault Clio. Bei all diesen Modellen sollte man jedoch wissen, dass sie nicht nur teurer in der Versicherung sind – auch beim Thema Haltbarkeit sind diese Stadtflitzer nicht zwingend die erste Wahl. So sind ältere Skoda Fabia (Typ 5J, Baujahr 2007 bis 2014) zwar bereits ab 2000 Euro erhältlich, jedoch bemängelt der TÜV bei dem Kleinwagen überdurchschnittlich oft die Funktion der Bremse, die Achsfedern, Ölverlust sowie die Auspuffanlage. Ab 1000 Euro finden sich bereits viele gebrauchte Renault Clio. Beim bis 2013 gebauten Typ III sorgen jedoch viele Bereiche für Beanstandungen. Insbesondere Lenkung, Beleuchtung und Bremsen machen Probleme. Ebenfalls keine Bestnoten geben die TÜV-Prüfer auch über zehn Jahre alten VW Polo sowie dem bis 2014 hergestellten Opel Corsa D, bei dem die Achsfedern/Dämpfung über alle Altersklassen hinweg im roten Bereich liegen.

Empfehlenswerte Autos für Fahranfänger

Gute Anfängerautos müssen nicht zwingend teuer sein. Auch in der Preisklasse bis 4000 Euro gibt es einige Modelle, die mit langer Haltbarkeit überzeugen, die komfortabel sind und ausreichend Sicherheitssysteme an Bord haben. Ein gutes Beispiel dafür ist auch der Toyota Yaris. Der bis 2011 gebaute Typ XP9 erzielt beim Euro-NCAP-Crashtest die volle Punktzahl von fünf Sternen. Besonders gut schnitt er auch bei der Insassensicherheit ab. Technisch überzeugt der kleine Japaner ebenfalls: In keinem der getesteten Bereiche fällt der Yaris negativ auf. Zwar hat sich die Qualität des Kleinwagens herumgesprochen, dennoch können sich auch Führerscheinneulinge mit einem kleineren Budget den Yaris leisten. Gut gepflegte Modelle mit unterdurchschnittlicher Laufleistung findet man ab 2000 Euro.

Zweitwagenregelung: Hier können Fahranfänger sparen

Wer bei der KFZ-Versicherung Kosten sparen will, der kann die Zweitwagenregelung nutzen. Dabei wird der Pkw des Fahranfängers durch einen Dritten versichert – das können beispielsweise die Eltern oder Großeltern sein. Voraussetzung ist, dass die Eltern/Großeltern bereits einen Pkw versichert haben. In den meisten Fällen wird der Zweitwagen dann in die Schadenfreiheitsklasse 1/2 eingestuft. Gut zu wissen: Die Prämie der Eltern verteuert sich in den meisten Fällen nicht, wenn sie einen Zweitwagen anmelden. Auch wenn mit dem Zweitwagen ein Unfall gebaut wird, verschlechtert sich die Schadenfreiheitsklasse für den Erstwagen nicht. Nur für den Zweitwagen gibt es dann eine Rückstufung. Hier sollten auf jeden Fall die Konditionen der Versicherung geprüft werden.

Schadenfreiheitsklasse übernehmen

Einige Versicherungsunternehmen ermöglichen die Übertragung der Schadensfreiheitsklasse auf eine andere Person. Die Übertragung der Schadenfreiheitsrabatte ist innerhalb einer Familie möglich. So kann beispielsweise der Großvater seinen Schadensfreiheitsrabatt auf den Enkel übertragen. Dem Rabattempfänger werden jedoch nur so viele Jahre gutgeschrieben, wie er selbst den Führerschein besitzt. Deshalb ist das für Führerscheinneulinge nicht der beste Tipp, zu sparen.

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