
Mit dem Rückruf geht Mercedes-Benz einen ungewöhnlich weitreichenden Schritt: Nach den bisher durchgeführten Software-Eingriffen sollen nun die Hochvoltbatterien der betroffenen Fahrzeuge vollständig ersetzt werden.
Weltweit sind rund 50.000 Autos von der Maßnahme betroffen, darunter mehrere tausend zwischen Februar 2022 und Juli 2024 in Deutschland produzierte Exemplare. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat bereits einen entsprechenden offiziellen Rückruf mit der Nummer 16136R veröffentlicht.
Ladeleistung und Kapazität beschränkt
Auslöser ist ein mögliches Brandrisiko einzelner Batteriezellen eines Zulieferers, das sich per Update nicht dauerhaft beheben ließ. Zuvor hatte Mercedes vorsorglich die Ladeleistung und nutzbare Kapazität begrenzt. Mit dem nun angekündigten Kompletttausch will der Hersteller die Ursache direkt an der Hardware beseitigen. Laut dem Mercedes-Blog MB-Passion soll der Tausch einige Stunden in Anspruch nehmen.
Beispielhafte Aktion
Vollständige Batteriewechsel für ganze Baureihen sind in der Branche bislang die absolute Ausnahme. Für die betroffenen Kunden ist der Rückruf eine gute Nachricht, wenn man so will: Nach der Reparatur entfallen die bisherigen Einschränkungen. Zudem dürfte sich der Eingriff positiv auf Reichweite und Wiederverkaufswert auswirken. Die Arbeiten erfolgen kostenfrei.
Vergleichbare Fälle mit Batterietausch gab es bislang nur wenige. Bekannt sind etwa der Batteriewechsel beim Chevrolet Bolt EV oder beim Hyundai Kona Electric in den Jahren 2020 bzw. 2021.
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