Mazda3: Warum der Diesel nicht die erste Wahl ist

20. August 2019 - Krone Zeitung

Mazda3: Warum der Diesel nicht die erste Wahl ist

Über den Mazda3 haben wir schon jede Menge berichtet: über sein herrliches Design, den innovativen Selbstzünder-Benzinmotor sowie über die vielen Stärken und wenigen Schwächen dieses durch und durch durchdachten Autos. Alles super - bis wir die Limousine mit Dieselmotor abholten.

Sagen wir es so: Es ist nachvollziehbar, dass dem Diesel im Mazda3 vom Hersteller höchstselbst ein Mauerblümchendasein zugedacht wurde. Dieses Dasein äußert sich darin, dass dieser Motorversion viele Extras vorenthalten werden. Bestellbar ist weder das BOSE Soundsystem mit 12 Lautsprechern, noch das Style-Paket (u.a. mit adaptiven LED-Matrix-Scheinwerfern, LED-Tagfahrlicht, rahmenlosem Innenspiegel), das Tech Paket (u.a. 360° Umgebungsmonitor, Querverkehrswarner vorne, Ausparkhilfe hinten mit Gefahrenbremsung, Staufolgeassistent mit Lenkunterstützung) oder das Premiumpaket (Leder etc.). Die „Comfort+"-Ausstattung des 28.000-Euro-Testwagens markiert bereits das Ende der Fahnenstange (und das auch nur mit manuellem Schaltgetriebe, bei Automatik geht es nur bis „Comfort").

Der 116 PS starke Diesel ist zwar leise und grundsätzlich relativ kraftvoll, hat aber ein echtes Problem in Sachen Kraftentfaltung. Davon, dass er sein maximales Drehmoment von 270 Nm bereits bei 1600/min. erreichen soll, ist nichts zu merken. Denn: Der Turbolader braucht eine gefühlte Ewigkeit, bis er anspricht. Bei jedem Gasgeben. Dadurch fällt man beim Beschleunigen bei jedem Raufschalten in ein Drehmomentloch, egal, bei welcher Drehzahl man schaltet.

Aber was soll's, man geht bei Mazda ohnehin davon aus, dass nur relativ wenige Österreicher zum D116 greifen.

Abgesehen davon: Ein Top-Kompakter!
Wenn wir die Momente außer Acht lassen, in denen der Turbolader nervt, gibt es nicht viel zu bemängeln. Das Design der Limousine ist beinahe noch stimmiger als das des Hatchbacks (kein enges Höhlengefühl auf der Rückbank, 450 Liter Kofferraum), im Vergleich ist auch die Übersichtlichkeit besser (außer geradeaus nach hinten, wegen der hoch angesetzten Heckscheibe), die Rücksitzlehnen lassen sich vom Kofferraum aus umklappen (dann 1138 Liter Volumen) und der Realverbrauch von 6,0 Liter auf 100 Kilometer, ohne es aufs Sparen anzulegen, geht voll in Ordnung. Insgesamt ist man auch alles andere als lahm unterwegs, der Sprint auf 100 km/h geht sich für die 1299 kg (nach DIN) schwere Kompaktlimousine in 10,3 Sekunden aus.

Das Bedienkonzept ist das wohl einfachste und ablenkungsfreiste am Markt, die Anzeigen am digitalen Kombiinstrument wirken angenehm analog und sind ebenso gestochen scharf wie intelligent und der Gesamteindruck ist so hochwertig, dass man Mazda wohl bald als Premiummarke titulieren wird. Dazu passt, dass ein echtes Head-up-Display serienmäßig an Bord ist. Dazu passt allerdings nicht, dass die hinteren Türen und vor allem die Kofferraumklappe beim Schließen blechern klingen.

Unterm Strich
Wenn Selbstzünder, dann Benziner, könnte man beim Mazda3 sagen. Für den D116 fehlen uns echt die Argumente. Dafür gibt es für den Mazda3 an und für sich jede Menge.

Warum?
Wir wollten den Diesel halt ausprobieren.
Sparsam ist er immerhin

Warum nicht?
Für die Zeit, die sich der Turbolader zum Ansprechen nimmt, fehlt uns die Geduld

Oder vielleicht ...
... einfach einen Mazda3 mit Benzinmotor, da macht man nichts falsch.

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