Der kompakte Opel Mokka erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit, punktet mit erhöhter Sitzposition und klarer Ausrichtung auf den Alltag. Beim genaueren Blick offenbaren die verschiedenen Generationen jedoch unterschiedliche Schwachstellen. Worauf sollten Gebrauchtwagen-Käufer beim Opel Mokka achten? Hier kommen die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report!
Opel Mokka B
Bauzeit: 2021 bis heute
Motoren: 100 PS (1.2 Turbo) bis 136 PS (1.2 Turbo)
Preis: ab 14.500 Euro
Das ist er: 13 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Der Mokka B steht auf der CMP-Plattform von Stellantis, es steckt aktuell also von Alfa Romeo bis Jeep eine Menge fremdes Material drin. Trotz des Größenzuwachses geht es noch immer eng in allen Versionen zu, vorn wie hinten. Auch das Kofferraumvolumen fällt weiterhin bescheiden aus, hinzu kommt das unübersichtliche Design. Optisch hat der Mokka allerdings gewonnen, das Vizor-Gesicht aktueller Opel wirkt sehr erwachsen.
Das kann er: Als Mokka 1.2 DI Turbo im 100.000-Kilometer-Dauertest überzeugen. Abzüge brachte das Ergebnis der Zerlegung, bei der verkokte Einlassventile, beginnende Korrosion am Vorderachsträger und freigängige Ventilringe auffielen. Insgesamt gab es eine 2+. Die Dreizylinder-Benziner gelten als emsig, die größeren 1.2 mit 130 PS bringen Tempo in die Sache. Sehr sparsam: der 110 PS starke 1.3 Diesel.
Das macht Ärger: Vor allem elektronische Kinkerlitzchen: hakende Multimediasysteme, Fehlermeldungen der Multikollisionsbremse, Ärger beim Koppeln des Mokka mit einigen Smartphone-Typen. Neun Rückrufe seit dem TÜV-Report 2025 betrafen unter anderem Brandgefahr, die Airbags, das eCall-System sowie die Gefahr von Motorausfällen.
Opel Mokka A
Bauzeit: 2012 bis 2019
Motoren: 110 PS (1.6 CDTI) bis 152 PS (1.4 DI Turbo)
Preis: ab 6500 Euro
Das ist er: Gegen Aufpreis auch mit vier angetriebenen Rädern. Das kleine SUV lief zunächst in Südkorea vom Band, ab 2014 dann auch in Spanien. 2016 folgte das Modell Mokka X, für das es eine Sechsstufen-Automatik und einen adaptiven Allradantrieb gab. Bis Ende 2014 kam der ruppige 1,7-Liter-Diesel von Isuzu zum Einsatz, der 1.6-CDTI-Nachfolger stammt – wie auch alle Benziner – von Opel.
Das kann er: Gut auf der Straße liegen. Trotz des kurzen Radstands kippelt das SUV nicht. Echte Geländetalente darf man nicht erwarten, Feldwege oder verschneite Auffahrten sind aber kein Problem. Die Sitze sind bequem, das Platzangebot für Passagiere und Gepäck ist aber eher unterdurchschnittlich. Der erste Mokka ist recht schwer, was vor allem dem turbolosen 1.6 Ecoflex (115 PS) zu schaffen macht.
Das macht Ärger: Recht wenig. Die vielen Zutaten (Plattform Daewoo, Getriebe GM, Motoren Isuzu/Opel) erweisen sich im Alter als ausdauernd. Rückrufe betrafen den Allradantrieb, der plötzlich ausfiel, und die Airbags (Zündgemisch). Reparaturen, die den Ölverlust kurieren, können richtig teuer werden.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Alarmstufe Rot beim Mokka B: Die Mängelquote der Achsaufhängung ist neunmal so hoch wie im Durchschnitt! Das machen die zwei Jahre älteren Vorgänger deutlich besser. Eine Prüfung später allerdings fängt dann auch der A an zu schwächeln. Antriebswellen, Lenkanlage, Federn und Dämpfer sowie die Spurstangen halten zuverlässig, letztere aber nur in den ersten sieben Jahren.
Licht
Die Blinker sind top, die Rücklichter des B auch, beim A in Ordnung. Abblendlicht und vorderes Licht sind beim B und den jüngsten A recht anfällig, im Alter passabel.
Bremsen
Hier zeigt sich der Mokka insgesamt recht solide und ohne große Ausreißer in der Wirkung der beiden Bremssysteme. Seine Bremsleitungen sind durchweg mängelfrei, die Schläuche des B ebenso, während der A hier Mittelmaß ist. Vorsicht: Der B verschleißt die Scheiben stärker als sein Vorgänger.
Umwelt
Ölverlust ist das große Manko des Mokka A, der B kommt bislang gut weg. Auspuffanlagen des B sind bislang perfekt. Am A kommen nach 4 bis 9 Jahren Defekte vor, vor allem beschädigte Flexrohre. Die Zahl der AU-Versager ist eher gering.
Fazit
Der Ölverlust vieler Mokka A ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern häufig auch nur mit aufwendigen und teuren Reparaturen zu kurieren. Relativ gesehen absolviert der Mokka A aber häufiger die HU ohne erhebliche Mängel als der Nachfolger. Am jungen Mokka B bemängeln die Prüfer öfter als im Schnitt tragende Elemente der Achsaufhängungen sowie verschlissene Bremsscheiben.
Verwandte Nachrichten