
Mit dem iX3 beginnt die Markteinführung der Neuen Klasse, und die auch für BMW überraschend hohe Nachfrage stimmt den Münchner Hersteller optimistisch. Jetzt folgt mit dem BMW i3 – also dem vollelektrischen 3er – der nächste konsequente Schritt. Und dieser ist selbstbewusst vorbereitet. Um Diskussionen über die Reichweite gar nicht erst aufkommen zu lassen, soll der neue BMW i3 nach WLTP bis zu 900 km schaffen. Ein Wert, der selbst die hauseigenen Langstreckendiesel in die Ecke drängen dürfte.
Auch beim Laden setzt BMW Maßstäbe: Das neue 800-V-System ist auf eine maximale Leistung von 400 kW ausgelegt. Unter Idealbedingungen soll der i3 Energie für bis zu 400 km in nur zehn Minuten nachladen – das ist kaum länger als ein kurzer Halt an der Raststätte. In 21 min lädt der 108,7 kWh fassende Akku von zehn auf 80 Prozent. Bezogen auf die maximale WLTP-Reichweite entsprächen diese 70 Prozent rechnerisch rund 760 km zusätzlicher Strecke.
Und dabei handelt es sich noch nicht um eine spezielle Reichweitenversion, sondern um das vorläufige Topmodell: den BMW i3 50 xDrive mit 345 kW (469 PS), 645 Nm Drehmoment und elektrischem Allradantrieb.
Wie der iX3 nutzt auch der BMW i3 ab 2026 die sechste Generation der BMW eDrive-Technologie. Sie kombiniert neu entwickelte Elektromotoren – vorn eine Asynchronmaschine (ASM), hinten eine stromerregte Synchronmaschine (SSM) – mit einem grundlegend neuen Hochvoltbatteriekonzept samt 800-V-Architektur. Zum Einsatz kommen dabei Rundzellen in Cell-to-Pack-Bauweise, die eine höhere Energiedichte auf Pack-Ebene und eine flachere Integration ins Fahrzeug ermöglichen. Gegenüber der fünften Generation steigt die Reichweite um rund 30 Prozent, in einzelnen Modellen sogar darüber hinaus.
Im BMW i3 übernimmt die Hochvoltbatterie dank der sogenannten Pack-to-open-Body-Bauweise zusätzlich strukturelle Aufgaben. Das Chassis besitzt einen offenen Boden, der durch die Batterie geschlossen wird. Das erhöht die Torsionssteifigkeit und wirkt sich positiv auf die Fahrdynamik aus – ein technischer Ansatz, der Effizienz und Fahrpräzision miteinander verbinden soll.
Die neue Architektur eröffnet darüber hinaus umfassende bidirektionale Ladefunktionen. Per Vehicle-to-Load (V2L) wird der i3 zur mobilen Stromquelle für externe Geräte. Vehicle-to-Home (V2H) ermöglicht die Zwischenspeicherung von Solarstrom aus der heimischen Photovoltaik-Anlage, und via Vehicle-to-Grid (V2G) kann Energie zurück ins Netz gespeist werden – etwa wenn die Strompreise attraktiv sind. Eine passende BMW Wallbox Professional (DC) ist selbstverständlich Teil des Konzepts.
Doch sachliche Technik allein definiert keinen BMW. Mit dem „Heart of Joy“ hebt die Marke das Fahrerlebnis auf eine neue Ebene. Einer von vier Hochleistungsrechnern der Neuen Klasse bündelt die Funktionen für Antrieb, Bremsen, Laden, Rekuperation und Teile der Lenkung. Die Rechenleistung liegt um ein Vielfaches über der des Vorgängers.
Das Ergebnis soll ein besonders harmonisches, authentisches Fahrgefühl sein – inklusive perfekter Traktion und eines außergewöhnlich sanften Verzögerns dank der Funktion „Soft Stop“. Im Alltag werden bis zu 98 Prozent aller Bremsvorgänge ausschließlich über Rekuperation realisiert ohne Einsatz der mechanischen Bremse. Ein optional adaptives M-Fahrwerk soll den fahrdynamischen Charakter weiter schärfen, bis die M-Versionen hier für hochperformante Erlebnisse sorgen werden.
Im Innenraum des BMW i3 hält mit dem Panoramic iDrive die nächste Evolutionsstufe der Bedienung Einzug. Informationen werden von A-Säule zu A-Säule auf die gesamte Breite der Windschutzscheibe projiziert. Das Lenkrad fungiert als primäres Bedienelement, ergänzt durch ein zentrales Display mit Matrix-Backlight-Technologie und eine leistungsfähige Sprachsteuerung. Erste Eindrücke zeigen: Die Individualisierbarkeit und die Ablesbarkeit überzeugen. Das neu gestaltete Cockpit verbindet klare Linien mit digitaler Tiefe – reduziert im Stil, umfassend in der Funktion. Ob die Kundschaft diesen sehr großen Bedien- und Funktionswechsel honorieren wird, bleibt abzuwarten.
Die gesamte Technik verteilt BMW auf nach wie vor knackige Maße. Der BMW i3 ist mit 4,76 m nur fünf Zentimeter länger als der aktuelle 3er, auch der Radstand fällt mit 2,90 m (3er: 2,85 m) zwar lang, aber für einen 108,7-kWh-großen Akku zwischen den Achsen doch überraschend kompakt aus. Ganz ohne ein Höhen- und Breitenwachstum um je vier Zentimeter kommt aber auch der i3 nicht aus, um den Energiespeicher unterzubringen, ohne dabei den Innenraum einzuschränken. Der Nebeneffekt ist allerdings, dass man nicht mehr ganz so tief im Fahrzeug sitzt wie im aktuellen 3er – was man auch positiv bewerten kann.
Der neue BMW i3 steht damit wie der iX3 exemplarisch für den aktuellen Kurs der Marke: technologieoffen, leistungsstark und konsequent an der Kundschaft orientiert. Elektromobilität wird hier nicht als Verzicht inszeniert, sondern als Fortschritt. Jetzt muss es München nur noch gelingen, den i3 sensibel einzupreisen.
Nimmt man den Basispreis des iX3 50 xDrive von rund 70.900 Euro und legt die Differenz zwischen den Verbrennern X3 und 3er-Limousine von rund 4400 Euro als Bezugsgröße zugrunde, könnte der i3 50 xDrive also mit einem Basispreis von 66.500 Euro an den Start gehen, was ihn trotz deutlich mehr Leistung über 10.000 Euro günstiger machen würde als einen M340 xDrive (alle Preise: Stand März 2026). Und: Der BMW i3 Touring folgt bereits 2027.
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