Tesla-Autopilot an tödlichem Unfall beteiligt

02. April 2018 - Krone Zeitung

Tesla-Autopilot an tödlichem Unfall beteiligt

Neue brisante Details zu einem tödlichen Unfall mit einem Model X von Tesla in Kalifornien: Wie das US-Unternehmen nun mitteilte, sei der Autopilot entgegen erster Meldungen doch an dem Crash beteiligt gewesen.

Wie Auswertungen ergeben haben, war das Auto unmittelbar vor dem Unfall im selbstfahrenden Modus unterwegs. Der Fahrer habe seine Hände vor der Kollision sechs Sekunden lang nicht auf dem Lenkrad gehabt, teilte Tesla mit. Offen blieb jedoch, warum der Autopilot nicht reagierte.

Zuletzt hatte schon ein Unfall eines autonom gelenkten Uber-Fahrzeugs in Arizona für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Dabei wurde eine Fußgängerin überfahren. Der Unfall mit Teslas Model X ereignete sich vor gut einer Woche. Dabei fuhr das Auto laut Polizeiangaben in eine Fahrbahnbegrenzung. Anschließend wurde es von einem Mazda erfasst und stieß dann mit einem Audi zusammen. Der 38-jährige Fahrer des Tesla kam ums Leben.

Suche nach möglichen Fehlfunktionen

Mögliche Fehlfunktionen beim Autopiloten rücken nach dem tödlichen Unfall in den Fokus. Nicht nur der Autopilot, auch der Fahrer habe nicht gehandelt, obwohl er eine Warnung des Systems erhalten habe, hieß es in der Mitteilung Teslas am Freitagabend. Der Lenker habe rund fünf Sekunden Zeit und 150 Meter freie Sicht gehabt.

Der Fall wird von US-Behörden untersucht. Die Aktie des Tesla-Konzerns stand wegen des Unfalls zuletzt unter Druck. Die Sicherheit der Fahrassistenzsysteme ist entscheidend für den Ruf des Unternehmens. Der Autopilot könne nicht alle Unfälle verhindern, teilte Tesla mit. Dies sei unmöglich zu erreichen, aber solche Unfälle könnten mit technischen Mitteln weniger wahrscheinlich werden.

Bereits zweiter tödlicher Tesla-Unfall in den USA

Der Unfall in Kalifornien war nicht der erste im Zusammenhang mit Tesla, der tödlich endete. Im Jahr 2016 starb ein Tesla-Fahrer im US-Bundesstaat Florida, nachdem der Autopilot seines Model S einen kreuzenden Sattelzug nicht vor dem blauen Himmel erkennen konnte. Eine Untersuchung durch die US-Verkehrsaufsichtsbehörde kam aber zu dem Schluss, dass bei dem Unfall kein technisches Versagen, sondern „eine Reihe menschlicher Faktoren" eine Rolle gespielt hatten.

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