Opel Corsa gebraucht: War der Kleinwagen zu Recht ein Renner?

1 month, 1 week ago - 16. August 2022, autobild
Opel Corsa E
Opel Corsa E
Von 2014 bis 2019 lief der Opel Corsa E vom Band. Jetzt ist der Kleinwagen günstig zu haben. Taugt er als Sparmobil?

Bei den Kleinwagen ist Opel seit 1982 groß im Rennen. Bereits mit dem ersten Corsa legten die Rüsselsheimer einen großen Wurf hin. Der Erfolg der Baureihe hielt sich über viele Generationen und dauert, mittlerweile unter Stellantis-Regie, bis heute an. Über 13,5 Millionen Exemplare liefen bislang von den Bändern.

Die im Januar 2015 eingeführte und bis 2019 gebaute fünfte Corsa-Generation musste aus Kostengründen die Basis der bereits 2006 vorgestellten Vorgängergeneration auftragen. Eine jugendlichere Front- und Heckansicht sowie neue Motoren und ein stark überarbeitetes Fahrwerk brachten jedoch die erhoffte Frische.

Gegen Aufpreis rüstete Opel den Corsa E mit etlichen (teuren) Assistenzsystemen auf (Verkehrsschilderkennung, Spurassistent, Abstandswarner, Front-Kollisionswarner, Fernlicht- sowie Toter-Winkel-Assistent), spendierte Bi-Xenon-Scheinwerfer- und LED-Tagfahrlicht.

Opel Corsa gebraucht: 9480 Euro nach fünf Jahren und 69.000 km

Allerdings spielte auch beim Neuwagen der Preis traditionell eine recht große Rolle, sodass meist eher sparsam ausgestattete Corsa am Gebrauchtmarkt auftauchen.
Unser Exemplar vom Autohus in Bockel bei Bremen fährt als Fünftürer in "Edition"-Ausstattung und mit unspektakulärem, aber vollkommen ausreichendem 1,4-Liter-Saugrohr-Benziner vor. Der dänische Reimport kostete laut Schwacke-Datenbank im August 2017 neu 17.330 Euro. Jetzt wäre er als gepflegt wirkender Fünfjähriger mit 69.409 Kilometern, aber ohne gravierende Blessuren für 9480 Euro zu haben.

Auch wenn der Neuwagenbesteller nicht übermäßig viel in Extras investierte, befindet sich alles Wesentliche an Bord. Eine manuelle Klimaanlage und ein CD-Radiosystem mit Bluetooth-Anbindung gibt es genauso wie Sitz- und Lenkradheizung.

Das Navi fehlt? Halb so wild! Dafür gibt es heute zum Glück Smartphones mit kostenlosem aktuellem Kartenmaterial und gut funktionierenden Sprachassistenten.
Und wie reist es sich? Noch immer recht kommod. Das Fahrwerk ist polterfrei, das Raumangebot vorn großzügig, das Kunststoffinterieur vom Typ her hart, aber haltbar. Und auch für die Sitzbezüge war der Job bis lang nicht zu aufreibend.

Einige Tausender günstiger als ein gleich alter VW Polo

Auf der Rücksitzbank geht es spürbar beengter zu, doch dafür sind zwei Isofix-Kindersitzhalter mit Top-Tether und Kopfairbags installiert. Ein echtes Kaufargument, wenn der Corsa als Familien(zweit)auto genutzt werden soll.
Beim Euro-NCAP-Crashtest reichte es 2014 für ordentliche vier Sterne. Seine Sternstunde erlebt der Corsa E aber bei den Unterhaltskosten.

Gebraucht ist der Opel Corsa einige Tausender günstiger als ein gleich alter VW Polo zu haben, Ersatzteile sind ebenfalls nicht teuer. Und auch bei Steuer und Versicherung gibt es keine bösen Überraschungen. Der teure Zahnriemenwechsel entfällt beim kreuzbraven Steuerkettenmotor, die Wartung geht ohne Spezialkenntnisse.

Antriebstechnisch gab es auch ohne Elektro- oder Hybridvariante eine große Auswahl: Ab April 2018 stellte Opel auf sauberere Euro-6d-Temp-Versionen um. Der ebenfalls 90 PS starke Einliter-Turbo klingt rau, wirkt aber sehr lebendig. Selten und inzwischen eher unbeliebt sind die Euro-6-Dieselvarianten mit 75 bis 95 PS.

Für besonders dynamische Corsa-Jünger bot Opel echte Knallbüchsen an. Als GSI mit 150 PS fährt der Corsa verblüffend dynamisch. Ein echter Überflieger ist der 207 PS starke OPC. Er sprintet in nur 6,8 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 230 km/h. Gebraucht startet er ab 12.900 Euro.

Fazit
Als günstiger Zweitwagen oder für Fahranfänger könnte dieser Corsa erste Wahl sein. Zu vierstelligen Kursen gibt es Fünfjährige mit überschaubarer Laufleistung. Die Fixkosten sind moderat, die Qualität ist besser als bei den Vorgängern.

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