Minikamera bei Führerschein: Prüfling drehte durch

9 months ago - 22. December 2021, Krone Zeitung
Minikamera bei Führerschein: Prüfling drehte durch
Weil er beim Schummeln mit einer als Hemdknopf getarnten Minikamera aufflog, drehte ein gebürtiger Tschetschene (21) in einer Linzer Fahrschule so auf, dass er wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt wurde. Das Hightech-Schwindeln beim Führerscheintest steht, wie bereits berichtet, hoch im Kurs.

Der Vorfall geschah bereits am 3. Dezember, sickerte nun aber durch: Ein 21-Jähriger mit tschetschenischen Wurzeln verhielt sich bei der theoretischen Führerscheinprüfung am Computer in einer Fahrschule in der Neuen Heimat in Linz auffällig. Er saß ganz ruhig da, brauchte aber für einfachste Fragen – wie zum Beispiel, wer Vorrang hat – extrem lange. So lange, bis dem Aufsichtsorgan der Geduldsfaden riss.

Bei der Kontrolle des Prüflings stellte sich heraus, dass dieser im oberen Brustbereich eine als Hemdknopf getarnte Minikamera befestigt hatte. Dabei kam es zu einer Rangelei, die Kamera flog zu Boden, und der ertappte Schwindler stieg mit dem Schuh darauf. Erst als sich ein Fahrlehrer einmischte, konnte der aggressive 21-Jährige beruhigt werden. Er wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt.

Kein Einzelfall
Die freche Schwindelei ist keine Seltenheit. Im September wurden in nur zwei Wochen bei Theorieprüfungen in Linz insgesamt sechs solcher Betrüger erwischt. Die Schummler hatten immer eine Minikamera, die meist in einem Hemdknopf, in Schals, auf Pullovern oder sogar in einer schwarzen FFP2-Maske versteckt war. Wie funktioniert der Trick? Während die Minikamera den Computerbildschirm mit den Multiple-Choice-Fragen filmt, bekommt der Prüfling über einen Knopf im Ohr die Antworten eingeflüstert.

Schlechte Deutschkenntnisse
Und warum wird überhaupt dieser Aufwand betrieben? „Meistens sind die Deutschkenntnisse der Prüflinge nicht so fundiert, dass sie die Fragestellungen verstehen können“, sagt Thomas Rizy von der Sicherheits- und Verwaltungspolizeilichen Abteilung der Landespolizeidirektion. Wer schummelt, muss sich kaum fürchten, erwischt zu werden: Es gibt keine strafrechtlichen Konsequenzen, maximal kann eine neunmonatige Antrittssperre verhängt werden.
Das Einsagen bei der Prüfung ist lukrativ: Die Schlauköpfe im Hintergrund verlangen pro Test 2000 bis 3000 Euro.

Führerschein-Schummler trat mit Knopflochkamera an

Ausgestattet mit einer Knopflochkamera ging ein junger Mann zur theoretischen Führerscheinprüfung. Er flog aber auf.

Weil er besonders lange für die Beantwortung der Fragen – sogar der leichten – benötigte, flog ein Schummler bei der theoretischen Führerscheinprüfung in Linz auf.

Der 21-jährige Linzer wirkte zwar nicht nervös, sondern saß sogar auffällig ruhig da. Das kam der Prüferin aber dann schließlich komisch vor. Sie ging zu dem Mann und entdeckt schnell einen verdächtigen Knopf am Hemd des Prüflings. Darauf angesprochen, kam es zu einer Rangelei, berichtet die "Krone".

Dabei flog plötzlich ein schwarzer Knopf zu Boden. Der Prüfling stieg drauf – und das hatte einen guten Grund: Denn, wie sich danach herausstellte, handelte es sich bei dem Knopf um eine Knopflochkamera. Die sollte die Fragen (Multiple Choice) am Computer-Bildschirm filmen und live zu anderen Personen senden, die Antworten wurden dem Mann dann via Mini-Kopfhörer eingeflüstert.

Neun Monate gesperrt

So weit kam es aber bei dem Schummler nicht. Im Gegenteil, der junge Mann wurde von der Polizei, die wegen der Rangelei gerufen worden war, angezeigt. "Strafrechtlich wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und verwaltungsrechtlich wegen der Schummelei", erklärt Polizeisprecherin Fulya Öncel gegenüber "Heute".

Zu den Hintermännern, also jenen Personen, die ihm die Antworten zuflüstern sollten, wollte sich der Mann vorerst nicht äußern. Allerdings ist bekannt, dass die bis zu 4.000 Euro kassieren. Und der Schummler: Der wird vorerst für neun Monate gesperrt, darf erst dann wieder zu einer Prüfung antreten.

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