China-Autobauer Chery greift aus Deutschland an

27. September 2018 - Krone Zeitung

China-Autobauer Chery greift aus Deutschland an

Die chinesischen Autobauer werden noch immer auf breiter Front belächelt, in den Köpfen vieler potentieller Kunden hängen sie als untaugliches Sicherheitsrisiko herum.

Tatsächlich dürfen sich die europäischen Konzerne schön langsam warm anziehen, denn im Reich der Mitte entwickeln und expandieren sie auf Teufel komm raus. Der nächste Vorstoß nach Europa kommt nun von Chery.

Chery ist bereits jetzt der größte Pkw-Exporteur Chinas und hat ein Joint Venture mit Jaguar Land Rover laufen. 2017 war das Unternehmen erstmals auf der IAA in Frankfurt vertreten, nun bereitet es seinen Markteintritt in Europa von Deutschland aus vor. Die neu gegründete Chery Europe GmbH wird im Jänner ihre Arbeit in Raunheim im Rhein-Main-Gebiet aufnehmen. Dort soll auch ein Entwicklungs- und Designzentrum entstehen.

Die Akquisition von Mitarbeitern für das R&D-Center (= Research & Development) hat bereits begonnen. Ziel ist es, bis Ende 2019 in einer ersten Phase rund 30 bis 50 Mitarbeiter zu beschäftigen. Verantwortlich für den Aufbau ist Geschäftsführer Jochen Tüting. Er studierte an der Technischen Universität Darmstadt und war 13 Jahre für Ford tätig, ehe er Ende 2013 zu Chery wechselte. Auch Marketing und Vertrieb werden in Raunheim angesiedelt. Im Mittelpunkt steht die Markteinführung des Modells Exeed in der Zeit nach 2020.

Chery wird sich auf die Elektromobilität konzentrieren, sodass ein vollelektrischer Exeed nach den Worten von Chairman Tongyue Yin „sehr wahrscheinlich" das erste Modell für den europäischen Markt sein wird.

Rund 30 Prozent der chinesischen Pkw-Exporte gehen auf das Konto von Chery. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat das Unternehmen über 462.000 Autos verkauft und damit 13 Prozent mehr als 2017. In den Export gingen im vergangenen Jahr rund 108.000 Fahrzeuge der Marke, insgesamt wurden bislang über 1,5 Millionen Chery außerhalb Chinas verkauft.

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