Völlig neue Ducati Monster bricht mit Tradition

07. Dezember 2020 - Krone Zeitung

Völlig neue Ducati Monster bricht mit Tradition

Über fast drei Jahrzehnte hat Ducati seine Monster gehegt, gepflegt und behutsam weiterentwickelt. Doch jetzt steht ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit an.

Eine der charakteristischsten Eigenschaften der seit 1993 über 350.000-mal gebauten Ducati Monster ist ihr gut sichtbarer Gitterrohrrahmen aus Stahl. Nächstes Jahr ist damit allerdings Schluss. Die Italiener setzen bei der just vorgestellten Neuauflage ihrer erfolgreichen Naked-Bike-Reihe auf ein Alu-Chassis. Das ist zwar leicht und trägt zum stark verringerten Gewicht bei, doch es geht Charakter verloren.

Was für eine Abspeckkur!
Der Aluminium-Frontrahmen basiert auf dem gleichen Konzept, wie bei der Panigale V4. Er ist kurz und direkt an den Zylinderköpfen befestigt. Mit einem Gewicht von nur 3 kg ist dieser Rahmen 4,5 kg leichter (60% weniger) als der bisherige Gitterrohrrahmen, wodurch das Trockengewicht des Motorrads auf nur 166 kg reduziert werden konnte.

Jede Komponente wurde neu gestaltet und leichter gemacht: Die Felgen verlieren 1,7 kg und die Schwinge wird um 1,6 kg leichter. Das Gewicht des hinteren Hilfsrahmens verringert sich um 1,9 kg, auch dank der GFK-Technologie (glasfaserverstärkter Kunststoff), mit der er hergestellt wurde und die es ermöglicht, die Formen und Oberflächen zugunsten von Leichtigkeit und Kompaktheit zu optimieren. Die Gewichtseinsparung beträgt insgesamt 18 kg im Vergleich zur Monster 821.

Zwar bleibt der Neuauflage die eigenwillige Monster-Silhouette erhalten, doch wurde das Design zugleich stark verändert. Die kommende Monster wirkt mainstreamiger, betont modern, luftig-leicht und wieselflink. Letzteres liegt unter anderem am leicht reduzierten Radstand. Die 17-Zoll-Räder sind vorne mit 120/70er- und hinten mit 180/55er-Pneus bestückt. Vorne gibt es eine Upside-down-Gabel mit 43er-Rohren, hinten eine Alu-Zweiarmschwinge. Die Bremsscheiben von Brembo mit radial montierten Vierkolben-Bremssätteln kommen auf 32 beziehungsweise 24,5 Zentimeter Durchmesser. Launch-, Wheelie- und Traktions-Kontrolle sowie Kurven-ABS gehören zur Serienausstattung.

Das Getriebe ist neu und bringt serienmäßig den Ducati Quick Shift up/down mit.

Ganz traditionell wird die Monster von einem V2 mit desmodromischer Ventilsteuerung angetrieben. Im Vergleich zum Vorgängermodell 821 wachsen Hubraum, Leistung und Drehmoment. Der Testastretta-Motor leistet nun 111 PS bei 9250/min und bietet bei 6500/min ein maximales Drehmoment von 93 Nm. Zur zeitgemäßen Ausstattung gehören ein Farbdisplay im Cockpit mit 4,3 Zoll Bildschirmdiagonale sowie LED-Leuchten vorne und hinten.

Beim Händler wird die neue Monster ab April stehen.