Pkw-Teuerung ist doppelt so hoch wie Inflation

1 Jahr, 3 Monate her - 30. Januar 2023, Krone Zeitung
Pkw-Teuerung ist doppelt so hoch wie Inflation
Die Teuerungswelle hat im vergangenen Jahr auch die Mobilität voll getroffen - und mehr als das: Die Kosten für Erwerb, Erhaltung und Nutzung von privaten Neu- und Gebrauchtfahrzeugen sind doppelt so stark gestiegen wie die allgemeine Inflation - und das nicht zum ersten Mal.

Auf Basis von Zahlen der Statistik Austria zeige sich von 2021 auf 2022 eine Preissteigerung von 17,2 Prozent - bei einer allgemeinen Inflationsrate von 8,6 Prozent, erklärt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober. „Diese Steigerung ist enorm - insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Index für den privaten Pkw-Verkehr bereits von 2020 auf 2021 um 6,8 Prozent - und damit ebenfalls doppelt so stark wie das allgemeine Preisniveau - gestiegen ist.

Größter Preistreiber waren 2022 die Kraftstoffe, die erstmals die 2-Euro-Marke übersprungen haben und laut Statistik Austria um 42 Prozent zulegten. Aber auch die Kosten für die Anschaffung eines Pkw, egal ob Gebraucht- oder Neuwagen, zogen mit plus 21,5 bzw. plus 7,9 Prozent gegenüber 2021 massiv an. „Diese Preisentwicklung trug vermutlich auch dazu bei, dass die Zahl neu zugelassener Pkw im Vorjahr auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren gesunken ist“, erläutert Grasslober.

Alle Antriebsarten von Teuerung betroffen
Von höheren Kosten betroffen sind letztlich alle Antriebsarten. „Aufgrund der in der Regel ohnehin höheren Neupreise ist der Preisanstieg bei Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen besonders schmerzlich, stellt er doch eine zusätzliche Hürde für einen schnellen Austausch der Fahrzeugflotte hin zu alternativen Antrieben dar“, hält Grasslober fest. „Damit erschweren die stark steigenden Anschaffungskosten auch die Erreichung der ambitionierten Klimaziele.“

Die Neuzulassungszahlen von reinen E-Autos legten 2022 trotz des schwachen Gesamtmarktes zwar zu, das Plus war mit 2,4 Prozent gegenüber 2021 jedoch überschaubar. „Von der Erreichung der Klimaziele sind wir mit solchen Zahlen noch immer weit entfernt“, führt Grasslober aus. Für den Klub sei es daher nach wie vor unumgänglich, auch die Bestandsflotte klimafit zu machen: Um das zu erreichen, müsse es endlich ein Bekenntnis zu biogenen und synthetischen Kraftstoffen, sogenannten eFuels, geben. „Und zwar als Teil eines Maßnahmenbündels, das u. a. die weitere Forcierung der E-Mobilität, aber auch den massiven Öffi-Ausbau umfasst“, so Grasslober.

Gleichzeitig müsse Mobilität leistbar bleiben, was z. B. mit einer Senkung der Mineralölsteuer, einer nachhaltigen Reform der Pendlerpauschale und einer Erhöhung des Kilometergeldes für jene, die mit dem privaten Pkw Fahrten für ihren Arbeitgeber unternehmen, erreicht werden kann.

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